23-Millionen-€ Data Space Accelerator gestartet, um die Integration von KMU in das Catena-X-Ökosystem zu beschleunigen

23-Millionen-Euro Data Space Accelerator gestartet, um die Integration von KMU in das Catena-X-Ökosystem zu beschleunigen

Die Studie bietet strukturiertes Onboarding sowie erfolgsbasierte Vergütung von bis zu 30.000 Euro für produktiven Datenaustausch

Wenn Catena-X nur für OEMs und Tier-1-Zulieferer funktioniert, dann funktioniert es nicht für die Branche insgesamt.”
— Hanno Focken, Managing Director, Operations bei Catena-X

BERLIN, GERMANY, June 11, 2026 /EINPresswire.com/ -- • Der Data Space Accelerator ist eine 23-Millionen-Euro-Studie, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), und richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der Automobilindustrie. Die Vergütung ist an einen nachweislich produktiven Datenaustausch gekoppelt.

• Teilnehmende Unternehmen können Auszahlungen von bis zu 30.000 Euro erhalten: bis zu 15.000 Euro für Onboarding und Certificate Management (Vereinheitlichung und Vereinfachung des Managements und Austausches von notwendigen Zertifikaten)

• sowie weitere 15.000 Euro für einen zweiten Anwendungsfall wie Product Carbon Footprint, Digital Product Passport, Rückverfolgbarkeit, Qualitätsmanagement oder Resilienz der Lieferkette.

• Die Studie wird von der International Data Spaces Association (IDSA) in Partnerschaft mit Catena-X und Cofinity-X durchgeführt und ist Teil der Manufacturing-X-Initiative der Bundesregierung zur Skalierung industrieller Datenökosysteme.

• Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Bewerbung finden Sie unter data-space-accelerator.com.

Catena-X und die International Data Spaces Association (IDSA) haben den Start des Data Space Accelerator bekannt gegeben – eines 23-Millionen-Euro-Programms, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE). Das Programm ist Teil einer von der deutschen Bundesregierung finanzierten Studie, deren Ziel es ist, zu untersuchen, wie sich industrielle Datenräume skalieren lassen und welchen Mehrwert sie den teilnehmenden Unternehmen bringen, sobald eine kritische Masse erreicht ist.

Teilnehmende Unternehmen erhalten ein strukturiertes Onboarding in den Catena-X-Datenraum, optional unterstützt durch zertifizierte Onboarding- und Servicepartner. Vorkenntnisse im Bereich Datenräume sind nicht erforderlich. Die Auszahlung ist an zwei verifizierte Meilensteine gekoppelt: bis zu 15.000 Euro für erfolgreiches Onboarding und die produktive Implementierung von Certificate Management sowie weitere bis zu 15.000 Euro für die Implementierung eines zusätzlichen vordefinierten Catena-X-Anwendungsfalls. In beiden Fällen nehmen die Unternehmen an der begleitenden Umfrage teil. Die Antragstellung sowie die vollständige Umsetzung müssen innerhalb des Jahres 2026 abgeschlossen werden.

KMU bilden das Rückgrat der automobilen Lieferkette. Ihre Anbindung an Datenräume ist entscheidend, um die kritische Masse zu schaffen, die für ein vollständig vernetztes globales Netzwerk notwendig ist.
Viele kleine und mittlere Unternehmen haben bislang keinen Zugang zu Datenräumen oder verfügen nicht über die notwendigen Ressourcen, um in fortschrittliche digitale Lösungen zu investieren. Gleichzeitig fehlt es häufig noch an Awareness für das Potenzial von Datenräumen. Ohne eine breite Beteiligung bleiben zentrale Netzwerkeffekte aus.

Der Data Space Accelerator setzt genau hier an und unterstützt Unternehmen entlang der Lieferkette dabei, sich mithilfe der Catena X Standards zu digitalisieren – im Einklang mit Kundenanforderungen und regulatorischen Vorgaben.
Hanno Focken, Managing Director Activation, Governance and Operations bei Catena-X, erklärt: „Wenn Catena-X nur für OEMs und Tier-1-Zulieferer funktioniert, dann funktioniert es nicht für die Branche insgesamt. Das Ökosystem beweist bereits heute seinen Mehrwert, doch die automobile Wertschöpfungskette basiert auf KMU. Ohne ihre Beteiligung können wir die branchenweite Datenkollaboration nicht realisieren, von der jede Ebene der Wertschöpfungskette profitieren wird.

Der Data Space Accelerator erleichtert und beschleunigt ihren Einstieg und begegnet den Kostenbedenken, indem die Vergütung direkt an Ergebnisse gekoppelt wird: echter Datenaustausch mit echten Partnern und echtem geschäftlichem Mehrwert. Dies ist kein Pilotprojekt, sondern ein strukturierter, geförderter Weg in die produktive Teilnahme am Datenraum.“

Das Programm adressiert eine der dringendsten strukturellen Herausforderungen der Automobilindustrie. Nahtloser und vertrauenswürdiger Datenaustausch über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg wird zunehmend essenziell – sowohl für regulatorische Compliance und Resilienz der Lieferketten als auch für die Wettbewerbsfähigkeit. Datenräume ermöglichen es Unternehmen, Daten vertrauensvoll und selbstbestimmt zu teilen, und sind so ein zentraler Baustein für eine resiliente, KI-gestützte und souveräne europäische Datenwirtschaft.

Bereits heute tauschen acht der weltweit zehn größten Automobilzulieferer Daten über das Catena-X-Ökosystem aus, und führende OEMs schreiben die Teilnahme mittlerweile in neuen Lieferantenverträgen vor. Maximale Effizienz und maximaler Mehrwert können jedoch nur erreicht werden, wenn sämtliche Ebenen der Lieferkette Teil des Datenraums werden. Viele KMU – die den Großteil der Unternehmen innerhalb der Lieferkette ausmachen – sehen sich weiterhin mit Einstiegshürden konfrontiert, darunter begrenzte Ressourcen, unterschiedliche digitale Reifegrade, hohe wahrgenommene Anfangsinvestitionen sowie Unsicherheit hinsichtlich des Return on Investment.

Der Data Space Accelerator soll dabei helfen, das zu verändern. Statt Kosten pauschal zu subventionieren, vergütet das Programm konkrete Ergebnisse. Die Auszahlung – bis zu 15.000 Euro beziehungsweise bis zu 30.000 Euro je nach Integrationsgrad im Datenraum – erfolgt, sobald Unternehmen einen verifizierten produktiven Datenaustausch mit mindestens einem Partner der Lieferkette nachweisen. Damit handelt es sich um einen praxisnahen Einstieg in den Datenraum und nicht um eine theoretische Übung.

So funktioniert das Programm
Certificate Management wurde als primärer Anwendungsfall ausgewählt, da es den ineffizienten und wiederholten Prozess ersetzt, bei dem Lieferanten dieselben Compliance-Zertifikate – etwa ISO 9001 oder IATF 16949 – in zahlreiche unterschiedliche Kundenportale hochladen müssen. Über Catena-X werden Zertifikate einmalig über eine standardisierte Schnittstelle hochgeladen, automatisch mit allen relevanten Partnern geteilt und bei Erneuerung aktualisiert. Dadurch sinkt der administrative Aufwand für KMU erheblich, während ihre Kunden einen verlässlichen Echtzeit-Überblick über den Compliance-Status erhalten.

Die weiteren verfügbaren Anwendungsfälle adressieren einige der dringendsten operativen und regulatorischen Herausforderungen der Branche: Product Carbon Footprint, Digital Product Passport, Rückverfolgbarkeit, Qualitätsmanagement, Bedarfs- und Kapazitätsmanagement, kurzfristiges Liefermanagement sowie Kreislaufwirtschaft. Unternehmen können ihren Implementierungsansatz frei wählen.

Nachgewiesene Ergebnisse im gesamten Ökosystem
Die über den Data Space Accelerator verfügbaren Anwendungsfälle liefern bereits heute messbare Ergebnisse für Unternehmen, die im Catena-X-Ökosystem aktiv sind. Insbesondere für KMU haben gemeinsame Catena-X-Standards den Aufwand für Due-Diligence-Berichterstattung um den Faktor 100 reduziert – und damit aus einer erheblichen administrativen Belastung einen beherrschbaren und reproduzierbaren Prozess gemacht.

Im Bereich Nachhaltigkeit berichtet ein mittelständischer Zulieferer, dass PCF-Berechnungen drei- bis fünfmal effizienter durchgeführt werden können als mit manuellen Verfahren, wodurch pro Berechnung mehr als 10.000 Euro eingespart werden. Im Qualitätsmanagement berichten ein führender OEM und seine Tier-1-Lieferanten, dass Fehler durch standardisierten Datenaustausch durchschnittlich vier Monate früher erkannt werden. In einem Fall konnte die Untersuchung eines kritischen elektrischen Bauteils, die zuvor die Prüfung von 1,4 Millionen Fahrzeugen erfordert hätte, auf lediglich 14 Fahrzeuge eingegrenzt werden – ein Ergebnis, das das enorme Einsparpotenzial verdeutlicht, das durch durchgängige Datenflüsse im Liefernetzwerk möglich wird.

„Allein im Bereich Sustainability Rating for Customers erwarten wir durch Catena-X eine Kostenreduktion von 50 bis 75 Prozent“, sagt Josef Mitterhuber, CEO von Silver Atena.

Diese Ergebnisse zeigen, dass der geschäftliche Mehrwert einer Teilnahme am Catena-X-Ökosystem greifbar ist und kurzfristig realisiert werden kann. Der Data Space Accelerator wurde genau dafür konzipiert: KMU dabei zu unterstützen, diese Potenziale zu erschließen. Dies wird durch die Accenture-Studie untermauert, laut der 67 Prozent der Unternehmen erwarten, dass die Teilnahme an Datenräumen neue Kooperationsmöglichkeiten eröffnet, 54 Prozent neue Umsatzpotenziale sehen und 50 Prozent Chancen zur Reduktion von Kosten und Risiken erwarten.²

Teil einer umfassenderen Initiative
Der Data Space Accelerator ist Teil des Manufacturing-X-Rahmens der Bundesregierung zur Skalierung industrieller Datenökosysteme. Während der anfängliche Fokus auf der Automobilindustrie über Catena-X liegt, soll die Studie auch übertragbare Erkenntnisse für parallele Datenraum-Initiativen in anderen Branchen – darunter Chemie und Halbleiterindustrie – liefern.

Lars Nagel, CEO der International Data Spaces Association, erklärt:
„Bislang beruhte der Nutzen industrieller Datenräume weitgehend auf theoretischen Modellen und isolierten Pilotprojekten. Der Data Space Accelerator markiert einen grundlegenden Wandel dieses Ansatzes – ein Ziel, auf das die IDSA mit ihrer Referenzarbeit in den vergangenen zehn Jahren hingearbeitet hat. Durch die Einbindung großer Zahlen von Tier-n-Zulieferern in das Catena-X-Ökosystem wird erstmals belastbare empirische Evidenz dafür geschaffen, wie Netzwerkeffekte, Datenreife und wirtschaftlicher Mehrwert in offenen Datenräumen zusammenhängen. Die Erkenntnisse werden unmittelbar auf Datenräume in anderen Branchen übertragbar sein, die sich nun an Catena-X orientieren.“

Jetzt teilnehmen
Der Data Space Accelerator richtet sich an Unternehmen der Automobilindustrie, insbesondere europäische KMU, die ihren ersten Schritt in den Catena-X-Datenraum machen möchten. Unternehmen können sich ab sofort für die Studie registrieren. Weitere Informationen und Registrierung unter: data-space-accelerator.com
Mehr Informationen über das Catena-X-Ökosystem, verfügbare Anwendungsfälle und den Onboarding-Prozess finden Sie unter: catena-x.net
² Accenture-Studie „From Concept to Impact: Unlocking the Value of Data Spaces“

Hinweise für Redaktionen
Catena-X Data Space ist eine nicht-kommerzielle Organisation unter dem Dach des Vereins Catena-X Automotive Network e.V. und vereint OEMs, Zulieferer, Technologieanbieter und Branchenorganisationen, darunter ADAC, AIAG, BMW, Mercedes-Benz, Porsche, Renault, Unternehmen der Volkswagen Group, Volvo, VDA, TÜV SÜD, Fraunhofer, Amazon Web Services, Huawei, Microsoft, Magna und weitere. Eine vollständige Liste der Mitglieder finden Sie unter catena-x.net.
Die International Data Spaces Association (IDSA) ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Dortmund. Sie entwickelt offene Standards und Governance-Rahmenwerke für souveränen Datenaustausch. Die Referenzarchitektur der IDSA bildet die Grundlage für den Catena-X-Datenraum sowie zahlreiche weitere industrielle Datenökosysteme weltweit.

Über Catena-X
Catena-X ist das erste durchgängige, kollaborative und offene Datenökosystem für die Automobilindustrie und vernetzt Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Catena-X-Verein stellt eine neutrale Governance bereit, um standardisierte, interoperable und datensouveräne Zusammenarbeit zu ermöglichen und Effizienz, Innovation sowie Compliance im gesamten Datenökosystem zu fördern. Catena-X dient zugleich als Modell für Manufacturing-X-Initiativen zur Entwicklung standardisierter Datenökosysteme in weiteren Industrien. Der 2021 gegründete Verein verfügt über Hubs in den USA, China, Spanien, Schweden und Frankreich. Mehr als 300 Expertinnen und Experten arbeiten in über 40 Fachgruppen an der Entwicklung zukünftiger Standards.

Ben Lewis
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